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Tagblatt Online, 27. Mai 2012 00:00:00

Kriminaltouristen werden gewalttätiger

Französische Banden überfallen Banken in der Schweiz mit Panzerfäusten

Ein Helikopter der Grenzwache vor einem Überwachungsflug. Zoom

Ein Helikopter der Grenzwache vor einem Überwachungsflug. (Bild: Keystone/Steffen Schmidt)

Die Schweizer Grenzwache rüstet sich gegen schwerbewaffnete Banden aus französischen Vorstädten. Die Banden stammen vor allem aus den Vorstädten von Lyon; ihre Mitglieder sind meistens französische Staatsangehörige nordafrikanischer Herkunft. Bis jetzt haben sie ihre Überfälle vor allem in der Westschweiz und im Tessin verübt.

Lukas Häuptli

Jürg Noth, Chef des Schweizerischen Grenzwachtkorps (GWK), warnt vor französischen Kriminaltouristen, die in der Schweiz Banken, Uhrenfabriken und Uhrenmuseen überfallen. «Die Täter gehen immer gewalttätiger und rücksichtsloser vor», sagt er im Interview der «NZZ am Sonntag». «Sie sind mit Sturmgewehren, Maschinenpistolen und sogar Panzerfäusten bewaffnet und setzen diese auch ein.»

Die Banden stammen vor allem aus den Vorstädten von Lyon; ihre Mitglieder sind meistens französische Staatsangehörige nordafrikanischer Herkunft. Bis jetzt haben sie ihre Überfälle vor allem in der Westschweiz und im Tessin verübt. Sie sind vermehrt aber auch in der Nordwestschweiz tätig, wie Jürg Noth weiter sagt. «Die schweren Raubüberfälle haben in den letzten Monaten zugenommen.»

Wegen der wachsenden grenzüberschreitenden Kriminalität ergreift das Grenzwachtkorps jetzt Massnahmen: Es schult sein Personal speziell gegen die gewalttätigen Banden und setzt in der Westschweiz und im Tessin zusätzliche Grenzwächter ein. Daneben schafft es neue Schutzwesten und neue Strassensperren sowie zusätzliche Videokameras an. Schliesslich greift es im Kampf gegen die Kriminaltouristen vermehrt auf Helikopter und Drohnen zurück. So konnte das GWK Anfang Mai drei Täter verhaften, nachdem es sie mit einem Helikopter bis nach Frankreich verfolgt hatte.

Der Kriminaltourismus in die Schweiz hat in den letzten Jahren zugenommen. 2009 wurden rund 11 300 Ausländer, die keine Aufenthalts- oder Niederlassungsbewilligung in der Schweiz hatten, einer Straftat beschuldigt. 2010 stieg die Zahl auf 11 900, im letzten Jahr auf 12 800. Die meisten Täter stammen aus Frankreich und Rumänien. Aus Rumänien stammen unter anderem sogenannte Skimming-Banden; Skimming nennt man Betrügereien mit gefälschten Bancomat- und Kreditkarten. Auch diese haben in letzter Zeit zugenommen; das Grenzwachtkorps greift mindestens einmal pro Woche eine Skimming-Bande auf.

In der NZZ am Sonntag vom 27. Mai lesen Sie das ausführliche Interview mit dem Chef der Schweizer Grenzwache, Jürg Noth.




Leser-Kommentare:
2 Beiträge

Kommentare lesen

schwizer (27. Mai 2012, 14:03)
Wie recht...

...doch Zombie1969 hat - genau deshalb brauchen wir eine 5-jaehrige Probezeit!

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zombie1969 (27. Mai 2012, 11:50)
Dumm gelaufen!

"sind meistens französische Staatsangehörige nordafrikanischer Herkunft"
Dank des F-Passes werden diese Täter F ewig erhalten bleiben. In der Tat, dumm gelaufen mit den Einbürgerungen.

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