Viele Gläubige könnten sich mit der sogenannten Narrenmesse nicht anfreunden, sagte Christoph Casetti, Sprecher des Bistums Chur, zu einem Bericht des "SonntagsBlicks" und der "Zentralschweiz am Sonntag". Der Gottesdienst solle aber die Einheit der Kirche zum Ausdruck bringen und nicht polarisieren.
Bitte oder Befehl?
In einem konkreten Fall hat Bischof Huonder den Pfarrer der St. Martinskirche in Schwyz gebeten, die geplante Narrenmesse am kommendem Sonntag fallen zu lassen, wie Casetti weiter sagte.
Der Schwyzer Pfarrer Reto Müller widerspricht: "Mir ist Huonders Bitte als Befehl mitgeteilt worden." Die Weisung laute, dass im Gottesdienst keine Fasnachtsgewänder und keine Guggenmusiken mehr zugelassen seien, sagte Müller gegenüber der Nachrichtenagentur SDA.
Müller vermutet gezielter Angriff
Müller vermutet einen gezielten Angriff der papsttreuen und konservativen Organistion "Pro Ecclesia". "Die haben mich schon lange im Visier", sagte Müller. In Schwyz selber habe sich niemand negativ über die Narrenmesse geäussert, die dieses Jahr zum zweiten Mal hätte stattfinden sollen.
Zum Thema machen
Das Bistum Chur seinerseits will die Narrenmesse, wie sie in vielen katholischen Kirchgemeinden gefeiert wird, zum "allgemeinen Thema in den verschiedenen Gremien" machen.
Der Sprecher der Schweizer Bischofskonferenz (SBK), Walter Müller, sagte auf Anfrage, dass unter den Schweizer Bischöfen die Narrenmesse bis anhin noch keinen Anlass zur Diskussion gegeben habe. (sda)
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