Tagblatt Online, 30. April 2012 16:37:00
Verletzte Wanderin bleibt verschwunden - zwei Rega-Helis im Einsatz
In der Ostschweiz wohnhaft: Die Deutsche Mandy Reichert ist im Alpstein beim Wandern verunglückt. (Bild: Kapo AI)
WASSERAUEN. Die 32-jährige Mandy Reichert hat sich auf einer Wanderung im Alpsteingebiet verletzt. Sie schlug mit ihrem Natel zwar Alarm - wo genau sie sich befindet, konnte sie aber nicht angeben. Mittlerweile gibt es keinen Kontakt mehr zu ihrem Handy. Trotzdem: Die Retter geben nicht auf.
Daniel Walt
Am Sonntagvormittag begab sich die 32-jährige Mandy Reichert auf eine Wanderung in den Alpstein, wie die Kantonspolizei Appenzell Innerrhoden mitteilt. Die geübte Berggängerin stellte ihren Wagen in Wasserauen ab und nahm die Tour in Angriff. «Die Frau war allein unterwegs», präzisiert Roland Koster, Pressesprecher der Kantonspolizei.«Die Rede war von Blut»
Welchen Weg die Frau in der Folge wählte, ist nicht bekannt. Klar ist: Kurz nach 16 Uhr meldete sich die in der Ostschweiz wohnhafte Deutsche mit ihrem Mobiltelefon bei Bekannten sowie der Rega und bat um Hilfe. Gemäss ihren eigenen Angaben war sie gestürzt und hatte sich dabei verletzt. «Die Rede war von Blut - genauere Angaben über die Art und Schwere der Verletzung machte sie aber nicht», so Roland Koster. Noch schwerer wiegt für die Polizei die Tatsache, dass die Frau zu ihrem genauen Aufenthaltsort nur dürftige Angaben machen konnte.
Föhn macht Probleme
In der Folge suchte die Rega zusammen mit ortskundigen Rettern das Gelände ab. Auch die Alpine Rettung Schweiz kam zum Einsatz. Abgesucht wurden laut Roland Koster sämtliche Wanderwege, welche von Wasserauen aus in den Alpstein führen. Der starke Föhn behinderte die Rega-Flüge sowie die Arbeit der ebenfalls eingesetzten Suchhunde allerdings beträchtlich. Keinen Erfolg brachte die technische Ortung des Mobiltelefons der Vermissten: «Das Handy ist seit Sonntagabend nicht mehr erreichbar», hält Roland Koster fest.
Suche geht weiter
Trotz aller Massnahmen: Die Suche nach Mandy Reichert blieb bis dato ohne Resultat. Am Montagnachmittag waren wieder diverse Suchteams im Einsatz, um nach der verletzten Wanderin zu suchen - inklusive zwei Helikopter der Rettungsflugwacht. Zudem wurden weitere Versuche gestartet, das Handy der Frau zu orten, und auch den Einsatz eines Superpumas der Schweizer Armee mit Infrarotsystem wollten die Verantwortlichen nicht ausschliessen. Hinweise über den Verbleib von Mandy Reichert sind an die Kantonspolizei Appenzell Innerrhoden, Telefon 071-788-95-00, zu richten. Mandy Reichert ist 168 Zentimeter gross und schlank. Sie hat rote Haare und trägt eine Brille.
Hilfe für Verunfallte: die App der Rega
Gute Dienste geleistet hätte der im Alpstein verunfallten Mandy Reichert eine elektronische Anwendung der Rettungsflugwacht für iPhones und Android-Geräte. Einmal installiert, ermöglicht es die App, im Unglücksfall mit zwei Fingerklicks telefonischen Kontakt zur Einsatzzentrale der Rettungsflugwacht aufzubauen. Vor allem aber wird dieser automatisch der geographische Standort des entsprechenden Gerätes übermittelt. Wanda Bühler, Online-/Social-Media-Redaktorin bei der Rega: «Die App ist kostenlos und bisher bereits 465'000 Mal heruntergeladen worden.»
Damit die App genutzt werden kann, muss ein Handynetz vorhanden und die Ortungsfunktion des Gerätes eingeschaltet sein. Profitiert von der Rega-App hat beispielsweise ein Gleitschirmpilot, der vor ziemlich genau einem Jahr abstürzte. «Er meldete per Natel, er sei oberhalb von Arosa verunfallt», so Wanda Bühler. Als die Rega den Mann bei einem Suchflug nicht entdeckte, wies sie ihn telefonisch an, die App herunterzuladen und via diese nochmals Alarm auszulösen. «So konnte er schliesslich rund 60 Kilometer weiter entfernt geortet werden», sagt sie. (dwa)
- Artikel empfehlen:






Zu diesem Artikel sind keine Beiträge vorhanden.
Kommentar schreiben