Ostschweiz: 03. Januar 2009, 01:04

Junge wollen Zukunft mitgestalten

Vertreter von Jugendparlamenten trafen sich in Wiesbaden zur Gründungsversammlung des ersten regionalen Jugendnetzwerks in Europa. Drei St. Galler waren als einzige Schweizer dabei.

Markus Zahnd

«Die Zukunft gehört uns – aber wie sollen wir sie gestalten?» Unter diesem Motto lud die Vereinigung der Regionen Europas (VRE) 90 Jugendparlamentarier ein. Das Ziel der Veranstaltung in Wiesbaden war die Gründung des ersten regionalen Jugendnetzwerks in Europa.

Die drei Politikwissenschaftsstudenten und Mitglieder des Jugendparlaments St. Gallen, Beat Rohner (St. Margrethen), Daniela Koller (St. Gallen) und Dominik Schmid (Rebstein), folgten der Einladung gerne. «Ich finde das Netzwerk eine gute Sache. Zum ersten Mal trafen sich Jugendparlamentarier aus ganz Europa. Uns bot sich die Möglichkeit zum Austausch und zur Zusammenarbeit. Zudem ist es eine gute Möglichkeit, die Interessen der jungen Leute zu vernetzen», fasst Beat Rohner zusammen.

Das Ziel der Versammlung war das Ausarbeiten einer Deklaration. Die Teilnehmer diskutierten in Workshops verschiedene Themen und hatten den Auftrag, für die Deklaration jeweils einen Satz beizusteuern. Letztlich wurden die Ergebnisse in der «Wiesbadener Resolution» zusammengefasst. Darin heisst es im ersten Teil, dass «junge Menschen das Recht haben, die Dinge, die um sie herum geschehen, zu beeinflussen» oder «junge Menschen die Zukunft Europas» sind.

Aufgaben beschrieben

Im zweiten Teil werden die Aufgaben oder Ziele des Jugendnetzwerks definiert: Die Beschäftigungs- und Bildungspolitik soll so beeinflusst werden, dass die Abwanderung von Arbeitskräften vermindert wird. Weiter soll die Bildung gefördert werden, so dass junge Menschen in der Regionalpolitik mitwirken können. Auch die Globalisierung soll so bewältigt werden, dass die Werte und Traditionen der Regionen «durch den Austausch von regionalem Wissen und Erfahrungen gefördert werden.»

In den beiden letzten Absätzen wird angeregt, dass junge Menschen in regionaler Perspektive ausgebildet werden, dass die Verbrauchermentalität durch die Verwendung erneuerbarer Technologien geändert und dass gegen Vorurteile, Fremdenfeindlichkeit und Ausgrenzung vorgegangen wird. Die genaue Strategie des Netzwerks wurde nicht in der hessischen Landeshauptstadt ausgearbeitet. Dies geschieht erst im Juni in Polen, wo auch eine Arbeitsstruktur festgesetzt und die Ämter vergeben werden. Beat Rohner kann sich durchaus vorstellen, eine Funktion zu übernehmen, auch wenn er sich darüber im Klaren ist, dass dies sehr zeitintensiv wäre.

Junge sollen zu Wort kommen

Der 21jährige hofft, dass in Polen weitere Schweizer Vertreter anwesend sein werden. «Es gibt praktisch in der ganzen Schweiz Jugendparlamente. Wir werden versuchen, uns mit anderen in Verbindung zu setzen und diese fürs Netzwerk zu motivieren.» Schliesslich gehen politische Themen alle Jugendlichen etwas an.

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Stichwort

Versammlung der Regionen Europas

Die Versammlung der Regionen Europas (VRE; englisch Assembly of European Regions, www.aer.eu) wurde 1985 gegründet und ist das grösste unabhängige Netzwerk der Regionen Europas. Die VRE besteht aus mehr als 270 Mitgliedern aus 33 Ländern und 13 interregionalen Organisationen. ... »



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