Ostschweiz: 05. Februar 2010, 01:02

Bald auch Liechtenstein mit Casino

«Vaduzerhof»-Areal: Hier ist ein neues Hotel mit Spielcasino geplant. Bild: Günther Meier

Liechtenstein will das Glücksspielverbot von 1949 aufheben. Damit steht einem Casino nichts mehr im Wege. Schon weit gereift ist ein Projekt für Spielbetrieb in einem neuen Hotelkomplex im Zentrum von Vaduz.

Günther Meier

Vaduz. Die Liechtensteiner Regierung hat dem Landtag gestern eine Vorlage zur Aufhebung des Geldspielverbotes und zur Liberalisierung verschiedener Geldspiele unterbreitet. Damit ist mit der Konzessionsvergabe für ein Casino noch in diesem Jahr zu rechnen. Der Vaduzer Unternehmer Wolfgang Egger hat gute Karten im Poker um eine Konzession, denn auf dem Areal des früheren «Vaduzerhof» liess er eine Planung für einen Hotelkomplex mit integriertem Spielcasino entwerfen.

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Ein Jahrzehnt nach der Liberalisierung der Geldspiele in der Schweiz hat sich auch das Fürstentum Liechtenstein zur Aufhebung des Glücksspielverbotes, das nach dem Zweiten Weltkrieg erlassen wurde, durchgerungen. Mit der Schaffung eines eigenen Geldspielgesetzes verfolge die Regierung das Ziel, erklärte Wirtschaftsminister Martin Meyer vor den Medien, eine «kontrollierte Liberalisierung der Geldspiele in Liechtenstein» vorzunehmen.

Geldspiele neu geregelt

Mit dem neuen Gesetz werden alle Formen des Spiels um Geld oder um geldwerte Vorteile geregelt. Das Spektrum beginnt bei den in Liechtenstein teilweise bereits angebotenen Lotterien, Wetten und Online-Glücksspielen bis zu neuen Angeboten wie Geschicklichkeitsspielen um Geld. Verboten bleiben die Gewinnerwartungs- oder Schneeballsysteme wie Kettenbriefe, Pyramidensysteme oder Schenkkreise.

Man habe die rasante technologische Entwicklung verschlafen, gestand die Regierung ein. Doch wer spät komme, müsse nicht im Nachteil sein: «Gestützt auf die internationalen Erfahrungen mit solchem Wandel hat die Regierung eine neue Ordnung mit Modellcharakter entwickelt.»

Schub für Tourismus

Casino-Unternehmer Wolfgang Egger hat die Unterstützung der Wirtschaftskammer Liechtenstein, die sich mit dem Casino-Hotel Arbeitsplätze und Schwung für den (Kongress-)Tourismus erwartet. Optimismus verbreitet auch Wirtschaftsminister Martin Meyer. Aus der Schweizer Lotterie, die in Liechtenstein bereits zugelassen ist, fliessen dem Staat rund 8 Mio. Fr. zu. Aus dem Casino-Betrieb werden pro Jahr 3,5 Mio. Fr. erwartet. Geplant ist die Schaffung eines Geldspielfonds – verwendbar für wohltätige Zwecke.



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