VADUZ. Die Verwandten des verstorbenen James-Bond-Erfinders Ian Fleming besitzen die Urheberrechte für die Geschichten über den berühmtesten Geheimagenten der Welt. Und eben diese Rechte besitzen sie nicht irgendwo, sondern ausgerechnet da, wo «007» noch nie war: in Liechtenstein. In Vaduz sitzt die Firma «Fleming Family And Partners», die sich um das Erbe des grossen Ian Fleming kümmert.
Dieser hatte im Verlauf seines Lebens übrigens durchaus Ähnlichkeiten mit seiner Figur. Der ehemalige Schüler des Eton-College, das laut fiktiver Biografie auch Bond besucht hat, musste sowohl die Elite-Schule als auch die Militärakademie Sandhurst nach «Vorfällen mit Mädchen» verlassen. Von seiner Mutter gedrängt, verliess Fleming England und bezog in Kitzbühel seine neue Wohnung. Als Fleming 1964 starb, hinterliess er Immobilien und Gegenstände im Wert von rund 300 000 Pfund. Ausserdem verfügte er, dass drei seiner Freunde jeweils 500 Pfund erhalten sollten, damit sie «sich etwas Extravagantes leisten können». Sein eigentlicher Reichtum aber waren die Rechte an James Bond, der von Film zu Film immer mehr Besucher in die Kinos zu locken scheint: «Ich denke, dass er sich unglaublich gut entwickelt hat. Die Magie liegt in seiner Natur», freut sich Geoff Richards, Geschäftsführer der «Fleming Family And Partners» über die wirtschaftlichen Erfolge des Filmhelden.
Auch der neue James-Bond-Film «Ein Quantum Trost» hat bereits ein kräftiges Lebenszeichen von sich gegeben: Bei seiner Premiere am Freitag spielte er in Grossbritannien bereits 6,2 Millionen Euro ein. Damit wurde der bisherige Rekord für einen Freitagsauftakt von 5,1 Millionen Euro bei «Harry Potter und der Feuerkelch» gebrochen. Der erste Bond-Film mit Daniel Craig in der Rolle des Agenten ihrer Majestät, «Casino Royale», hatte 2006 am Eröffnungstag nur 3,7 Millionen Euro in Grossbritannien eingespielt.
Aber zurück in die Region: Nicht nur die Urheberrechte offerieren einen regionalen Bezug zum Geheimagenten, sondern auch eine Filmsequenz: Acht Minuten des mit 103 Minuten kürzesten Bond-Films aller Zeiten spielen auf der Bregenzer Seebühne und in der Altstadt von Feldkirch. Die filmische Ehre hat die Region vor allem Regisseur Marc Forster zu verdanken: Die kürzeste Strassenverbindung von seinem Geburtsort, ein Vorort von Ulm, zum Ort seiner Schulzeit, Davos, führt über Bregenz, Feldkirch und Liechtenstein.
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