Ostschweiz: 09. Februar 2010, 15:01

Spielsucht: Ostschweizer Kantone arbeiten zusammen

Roulette-Zylinder in einem Casino
Roulette-Zylinder in einem Casino. Bild: Keystone

In der Schweiz kann in sieben A-Casinos und zwölf B-Casinos legal gespielt werden. Noch beliebter sind Lotterien und Wetten. Auch im Internet boomt das Glücksspielgeschäft.
Anzeige
 
 
120'000 Spielsüchtige
Rund 60 Prozent der Bevölkerung hat schon einmal an einem Glückspiel teilgenommen. Der Grossteil spiele zum Vergnügen, sagte Herbert Bamert, Beauftragter für Suchtfragen des Kantons St. Gallen. Wenn Glückspiel vom harmlosen Freizeitvergnügen zum wichtigsten Lebensinhalt wird, kommt die Sucht mit ins Spiel. Immerhin zwei Prozent oder rund 120'000 Personen zeigen ein abhängiges Spielverhalten. Rund 80 Prozent der Spielsüchtigen sind Männer.

Die Suche nach dem Risiko gehe nicht nur ins Geld, auch die Partnerschaft, der Arbeitsplatz und die gesamte Lebensgrundlage stehe auf dem Spiel, sagte Bamert.

Kampagne erarbeitet
Die Ostschweizer Kantone St. Gallen, Glarus, Graubünden, Thurgau und beide Appenzell haben das wachsende Problem erkannt. Gemeinsam wurde ein Konzept gegen die Spielsucht erarbeitet. Mit der Umsetzung wurde die Perspektive Thurgau beauftragt. Die Betriebskosten von rund 65'000 Franken im Jahr werden aus Mitteln der Interkantonalen Landeslotterie Swisslos finanziert.

Professionelle Beratung
Es brauche Aufklärung und eine Sensibilisierung für die Risiken von Glückspielangeboten, sagte Christa Bot, Projektleiterin der Kampagne «Gesetzt! Verspielt! Verschuldet?». Spielsüchtige und deren Angehörige haben nun die Möglichkeit, sich über die Internetseite www.sos-spielsucht.ch Rat zu holen.

Auf einer Helpline erhalten Betroffene eine professionelle und anonyme Erstberatung. Die Suchtfachstellen der Kantone bieten zudem weiterführende Beratungen und vertrauliche Gespräche an.

Zahl steigt
Damian Caluori, Leiter der Beratungsstelle für Suchtfragen Appenzell Ausserrhoden, schilderte seine Erfahrungen aus der Praxis.
Zurzeit berät seine Stelle fünf Spielsüchtige bei insgesamt 130 Langzeitberatungen. «Die Zahl steigt. Vor fünf Jahren haben wir noch keinen einzigen Spielsüchtigen beraten», sagte Caluori.

23'000 Spielsperren
«Wir sprechen jeden Tag eine Person in unserem Casino auf ihr Suchtverhalten an», sagte Massimo Schawalder, Direktor der Grand Casino St. Gallen AG. 300 Personen sind beim Casino St. Gallen mit einer Spielsperre belegt. «250 davon sind freiwillig», erklärte Schawalder. Spielsperren können frühestens nach einem Jahr wieder aufgehoben werden. Für viele Betroffene sei es aber sinnvoll, sich über Jahrzehnte an die Spielsperre zu binden, meint Caluori. Zurzeit sind in der ganzen Schweiz 23'000 Personen mit einer Spielsperre belegt. (sda)



Share
« zurück
Kommentare Beitrag kommentieren
Zu diesem Text sind keine Kommentare vorhanden

Um Inhalte kommentieren zu können, müssen Sie eingeloggt sein.

Noch keinen Zugang? Jetzt kostenlos registrieren!
Copyright © St.Galler Tagblatt AG
Alle Rechte vorbehalten. Eine Weiterverarbeitung, Wiederveröffentlichung oder dauerhafte Speicherung zu gewerblichen oder anderen Zwecken ohne vorherige ausdrückliche Erlaubnis von www.tagblatt.ch ist nicht gestattet.
Anzeige
Anzeige
Unfälle & Verbrechen
Freundin geschlagen

ST.GALLEN. Eine 25-jährige Deutsche hat am Freitagabend die Polizei gerufen, weil sie von ihrem 43-jährigen Freund aus der Türkei geschlagen worden ist.... »

Beim Rückwärtsfahren in Auto gefahren

ST. GALLEN. Ein Lastwagenfahrer ist beim Rückwärtsfahren auf der Stationsstrasse in ein Auto gefahren. Verletzt wurde niemand, es entstand Sachschaden.... »

Auf Kopf geschlagen

ST. GALLEN. Am Donnerstagabend ist eine junge Frau mit einer Kopfverletzung ins Spital eingeliefert worden. Sie war von ihrem Lebenspartner mit einer Tischlampe angegriffen worden.... »

Anzeige
Anzeige

Unfälle & Verbrechen
Betrunkene Frau macht sich aus dem Staub

ST. GALLEN/TEUFEN. Eine betrunkene Frau ohne Führerschein ist mit ihrem Auto mit einem anderen Fahrzeug kollidiert. Ohne sich um den Schaden zu kümmern, fuhr sie davon. Die Polizei hielt die Frau in Teufen an.... »

Autofahrer mit Alkohol im Blut

ST.GALLEN. Am Donnerstagabend sind der Polizei zwei Autofahrer aufgefallen, die mit Alkohol im Blut hinter dem Steuer sassen. Beide mussten ihre Führerscheine auf der Stelle der Polizei aushändigen.... »

14'000 Franken Schaden bei Unfall

HERISAU. Rund 14'000 Franken Sachschaden entstand am Donnerstagabend bei einem Verkehrsunfall in Herisau. Verletzt wurde niemand.... »

17 Verletzte bei Massenkarambolage

MÜNCHEN. Bei einer Massenkarambolage auf der Autobahn zwischen Augsburg und München sind mindestens 17 Menschen verletzt worden. Am Unfall waren mehrere Dutzend Lastwagen und Autos betroffen.... »

Unfall Rosenbergtunnel1
Chaos im Rosenbergtunnel: Elf Autos verunfallt

ST.GALLEN. Am Donnerstagnachmittag sind im Rosenbergtunnel auf der Stadtautobahn SA1 in Fahrtrichtung St. Gallen-St. Margrethen insgesamt elf Autos verunfallt. Vier Personen wurden mit leichten Verletzungen im Rettungswagen ins Spital gebracht.... »

Mann schlägt Ehefrau

ST.GALLEN. In der Nacht auf Donnerstag musste die Stadtpolizei St.Gallen ein streitendes Ehepaar trennen. Der Mann muss für zehn Tage die Wohnung verlassen.... »

Autofahrerin verletzt

SCHOCHERSWIL. Nach einer Frontalkollision in Schocherswil ist am Donnerstag eine Autofahrerin ins Spital gebracht worden.... »

Polizei sucht Zeugen nach Unfall

JONA. Am Mittwochmittag hat ein Motorradlenker in Jona auf der Bubikerstrasse einen Selbstunfall verursacht. Er stürzte. Der Rettungsdienst brachte den 45-Jährigen mit unbestimmten Verletzungen ins Spital.... »

Polizei kontrolliert Schwerverkehr

SARGANSERLAND. Die Polizei hat bei einer interkantonalen Schwerverkehrskontrolle am Mittwoch insgesamt 80 Fahrzeuge kontrolliert.... »

19-Jähriger durch Fusskick verletzt

HEERBRUGG. Am frühen Sonntagmorgen haben vier 19-Jährige einen Gleichaltrigen mit einem Fusskick und einem Faustschlag verletzt. Er musste einen Nasenbeinbruch und starke Augenprellungen im Spital behandeln lassen.... »

Archivsuche

Anzeige
Anzeige
Login

zum Seitenanfang
Sonntag, 14. März 2010, 3.31 Uhr
© St.Galler Tagblatt – Publikation der TAGBLATT MEDIEN