Ostschweiz: 04. Februar 2010, 15:05

Miss und Musiker steigen für Afrikaner auf den Gipfel

Ex-Miss-Schweiz Amanda Ammann und Hackbrett-Spieler Nicolas Senn erklimmen für einen guten Zweck den Kilimandscharo. Bild: Ueli Daepp

OSTSCHWEIZ. Ex-Miss-Schweiz Amanda Ammann und der Hackbrettspieler Nicolas Senn wollen hoch hinaus: Um Geld für das Rhein-Valley-Hospital in Kenia zu sammeln, erklimmen sie den Kilimandscharo.

DIANA BULA

Am 15. Februar fliegen die beiden Ostschweizer nach Kenia. Weiter geht es nach Tansania. In fünf Etappen werden sie dort mit einer 23-köpfigen Truppe den 5895 Meter hohen Kilimandscharo besteigen. Ex-Miss-Schweiz Amanda Ammann hatte ihr Fitnesstraining im Hinblick auf die Reise intensiviert. «Unterdessen aber, bin ich wieder weniger fleissig. Wie Fachleute mir bestätigt haben, hängt das Gelingen der Expedition nicht von der Kondition, sondern von der Höhentauglichkeit ab», sagt die St.Gallerin. Letztere trainiere sie nun im Flugzeug, scherzt sie. Vor ihrem Afrika-Trip fliegt Ammann noch nach Wien.

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Erleben und helfen
«Ein unvergessliches Erlebnis»: Das verspricht sich die ehemalige Schönheitskönigin von ihrem Trip auf den Kilimandscharo. Ammann tritt die Reise aber nicht nur aus «egoistischen» Gründen an. Mit ihrer Teilnahme an der Aktion «Hoch hinaus» wolle sie auch auf die Misere in Kenia aufmerksam machen – und Geld für das Rhein-Valley-Hospital sammeln, so die Ex-Miss. Ammann weilte bereits 2009 in Kenia und half im privaten Krankenhaus aus. Auch diesmal stattet sie der Krankenstation einen Besuch ab.

Aufgebaut haben das Spital in Kasambara-Gilgil der Rebsteiner Stephan Holderegger und dessen Lebenspartnerin Ruth Schäfer. Die Idee, die dahinter steckt: Sogar den Ärmsten medizinische Versorgung bieten. Seit 2004 ist ein Ambulatorium in Betrieb, 2005 kamen eine Betten- und Geburtenstation dazu. «Durch die politische Krise im Land wurde das Spital zur Anlaufstelle für Tausende Vertriebene. Die Betriebskosten haben sich deshalb innert Jahresfrist nahezu verdoppelt und lagen 2008 bei rund 200'000 Franken für 40'000 Behandlungen», ist auf der Homepage des Rhein-Valley-Hospitals (www.rhein-valley-hospital.org) zu lesen.

Jeden Schritt, den die schöne St.Gallerin zurücklegt, bringt dem Spital in Kenia Geld: Interessierte können pro Höhenmeter einen Rappenbetrag spenden.

Festes Schuhwerk statt Schminke
Make-Up und hübsche Kleider lässt Amanda Ammann für einmal zu Hause. «Das Gepäck darf nicht zu viel wiegen. Ich nehme deshalb nur Nützliches wie Trekkingstöcke, festes Schuhwerk und Schlafsack mit – und vielleicht noch meinen iPod», sagt sie schmunzelnd. Ihren Rucksack muss die Ex-Miss nicht selbst schleppen. Rund 80 Träger begleiten die Expedition auf den Kilimandscharo.

Zur Crew gehören zudem Ärzte, Journalisten – und der Romanshorner Hackbrettspieler Nicolas Senn. Erreicht er den Gipfel, gibt er dort ein Konzert. Ausschliesslich für den Auftritt in luftiger Höhe lässt der 20-Jährige ein leichteres, kleineres Instrument anfertigen. Welches Lied er auf dem Kilimandscharo zum Besten geben wird, steht noch nicht fest. Vielleicht eine afrikanische Volksweise? «Falls das trotz dem reduzierten Tonumfang des Spezial-Hackbretts möglich ist – weshalb nicht?», antwortet Senn. Bereits bei seinem letzten Besuch im Rhein-Valley-Hospital musizierte der Ostschweizer für die Einheimischen. «Sie sangen, klatschten und tanzten. Eindrücklich, wie die Kenianer es schaffen, ihre Probleme für einige Zeit zu vergessen und glücklich zu sein», sagt er.

«Ich werde mich bremsen müssen»
Noch fand Nicolas Senn kaum Zeit, um sich auf die Kilimandscharo-Expedition vorzubereiten. Er gab viele Konzerte, studiert an der Universität St.Gallen und steckt mitten in den Prüfungen. «Zum Glück ist meine Grundkondition nicht die schlechteste», so der Thurgauer. Im Sommer erklimmt er jeweils mehrmals den Säntis - «in nur zwei Stunden», wie er stolz erzählt. Möglichst schnell ans Ziel gelangen: So lautet Senns Motto üblicherweise denn auch. «Am Kilimandscharo werde ich mich bremsen müssen. Wandert man zu rasch, bekommt man das später zu spüren – die Höhenkrankheit.»

Wer das Bergmassiv im Nordosten von Tansania erklimmt, muss auf Luxus verzichten. Übernachtet wird in einfachen Hütten und Zelten – im Schlafsack. «Ich werde bestimmt meine warme Decke vermissen», sagt Ex-Miss-Schweiz Amanda Ammann. Nicolas Senn geniesst es noch, sauberes Wasser ab dem Hahnen trinken zu können. «Das werde ich in Afrika unterlassen müssen.»

Weitere Infos unter www.hochhinaus.org



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