Regionkultur: 20. Januar 2010, 01:00
Pronto

Meiner Mutter gewidmet

 

Urs Althaus Ex-Model, Schauspieler

Urs Althaus, als Model liefen Sie für Designer wie Calvin Klein, Valentino, Armani, Yves Saint Laurent. Sie verkehrten im Jet-Set von Paris, London und New York, vertraten als Agent Supermodels wie Gisele Bündchen, Naomi Campbell, Claudia Schiffer. Sie standen mit Sean Connery vor der Kamera. Und nun sind Sie auf Lesereise mit Ihrer Biographie «Ich, der Neger».

Anzeige
 
 

Will man, wenn man einmal berühmt war, immer berühmt sein?

(denkt nach) Gute Frage. Man kann natürlich schon in Vergessenheit geraten, was für die einen schlimm, für die anderen weniger schlimm ist. Das hängt ein bisschen vom Charakter ab. Für manche mag es sich ähnlich anfühlen, wie die Angst, als alternder Mensch nicht mehr gebraucht zu werden, keine Aufgabe mehr zu haben.

Wie ist es für Sie persönlich?

Meine nun veröffentlichte Biographie hat sicher nichts mit dieser Angst zu tun. Die Idee stammt nicht von mir. Ein deutscher Verlag kam auf mich zu, weil er fand, die Geschichte eines farbigen männlichen Models in den 70er-Jahren gäbe bestimmt was her. Ich sagte, dafür interessiere sich doch heutzutage kein Mensch mehr, thematisierte dann aber einen ganz anderen Aspekt. Nämlich den von meiner alleinerziehenden Mutter in der Innerschweiz der 60er-Jahre. So fing das an.

Ihre Mutter scheint wie das bodenständige Gegenstück zu Ihrem Glamourleben, das Sie lange führten, zum finanziellen Ruin, bis zum Absturz, bis zu den Drogen, worüber Sie in Ihrem Buch sehr offen sprechen.

Ja, meine Mutter ist eine wunderbare Frau, sie hat mir den Wert des Lebens, der wichtigen Dinge vermittelt. Schon als Kind, als ich noch davon träumte, später einmal ein Fussballstar wie Pelé zu werden. Oder zumindest jemand in eleganten Kleidern. In Altdorf, wo ich aufgewachsen bin, stand ich oft an den Gleisen und wartete auf den TEE-Zug, nur um einen Blick auf die schön angezogenen Leute in der ersten Klasse zu erhaschen.

Models wählen vermehrt den Weg vom Laufsteg ins Filmbusiness, Melanie Winiger, Ihr Namensvetter Nils Althaus...

Da haben Sie recht. Aber ein gutes Model ist noch lange kein guter Schauspieler. Beim Fotoshooting macht's klick, klick, klick, für diesen Moment muss man alles geben. Beim Film geht es um Charaktere, um eine Dramaturgie etc. Ohne Studium läuft da nichts. Ich tat übrigens auch zu diesem Teil meiner Karriere nicht den ersten Schritt. Eines Tages ging ich in New York Gassi mit meinem Hund. Da stand diese drahtige Dame mit Sonnenbrille plötzlich vor mir und fragte: «Sind Sie Schauspieler?» Ich veneinte, und sie rief: «Sie sind Schauspieler!» Es war Lina Wertmüller.

Interview: Brigitte Schmid-Gugler

Morgen Do, Hotel Einstein, 20 Uhr; Frank Baumann liest aus den Büchern von Urs Althaus, Klaus Heer, Edith Flubacher, Edgar Belser, Isabel Stadnick, Sabine Schwörer, Eintritt 25 Franken; 85 Franken inklusive Dinner


Share
« zurück
Kommentare Beitrag kommentieren
Zu diesem Text sind keine Kommentare vorhanden

Um Inhalte kommentieren zu können, müssen Sie eingeloggt sein.

Noch keinen Zugang? Jetzt kostenlos registrieren!
Copyright © St.Galler Tagblatt AG
Alle Rechte vorbehalten. Eine Weiterverarbeitung, Wiederveröffentlichung oder dauerhafte Speicherung zu gewerblichen oder anderen Zwecken ohne vorherige ausdrückliche Erlaubnis von www.tagblatt.ch ist nicht gestattet.
Anzeige
Anzeige
Unfälle & Verbrechen
Bei Unfall verletzt

TOBEL. Am Montag ist es in Tobel zu einer Kollision zwischen zwei Autos gekommen. Eine Person zog sich Beinverletzungen zu.... »

Zwei Verletzte nach Frontalkollision

MÖRSCHWIL. Auf der Autostrasse A1, Zubringer Arbon, ist es am Montagmorgen zu einer Frontalkollision gekommen. Zwei Personen wurden verletzt und mussten ins Spital gebracht werden.... »

Bei Selbstunfall Zaun beschädigt

HEIDEN. Rund 6000 Franken Sachschaden ist am Samstagabend bei einem Verkehrsunfall in Heiden entstanden. Ein Autofahrer geriet mit seinem Wagen ins Schleudern und prallte gegen einen Zaun. Der Mann blieb unverletzt.... »

Anzeige
Anzeige

Unfälle & Verbrechen
Teure Zigarette

BÜHLER. Ein Autofahrer, der durch eine Zigarette abgelenkt wurde, ist am Sonntagmorgen in einen Kandelaber gefahren und hat einen Schaden von rund 10'000 Franken verursacht. ... »

Autos zerkratzt

ST.GALLEN. In der Nacht auf Sonntag haben Unbekannte mindestens 13 parkierte Autos zerkratzt. Es entstand hoher Sachschaden.... »

Mit 99 km/h innerorts

BAD RAGAZ. Bei einer Geschwindigkeitskontrolle auf der Sarganserstrasse hat die Polizei fünf Autos mit überhöhter Geschwindigkeit gemessen. Erlaubt sind 50 km/h.... »

Verletzten Mann gefunden - Polizei geht von Raub aus

KRIESSERN. Ein Anwohner hat am frühen Sonntagmorgen einen 23-jährigen Mann auf der Kirchdorfstrasse gefunden. Der Mann war verletzt.... »

Mehrere Einbrüche

GRABS. Am Samstag sind Unbekannte in Grabs in drei Häuser eingebrochen und haben Bargeld, Gold- und Silbermünzen gestohlen.... »

Freundin geschlagen

ST.GALLEN. Eine 25-jährige Deutsche hat am Freitagabend die Polizei gerufen, weil sie von ihrem 43-jährigen Freund aus der Türkei geschlagen worden ist.... »

Beim Rückwärtsfahren in Auto gefahren

ST. GALLEN. Ein Lastwagenfahrer ist beim Rückwärtsfahren auf der Stationsstrasse in ein Auto gefahren. Verletzt wurde niemand, es entstand Sachschaden.... »

Auf Kopf geschlagen

ST. GALLEN. Am Donnerstagabend ist eine junge Frau mit einer Kopfverletzung ins Spital eingeliefert worden. Sie war von ihrem Lebenspartner mit einer Tischlampe angegriffen worden.... »

Betrunkene Frau macht sich aus dem Staub

ST. GALLEN/TEUFEN. Eine betrunkene Frau ohne Führerschein ist mit ihrem Auto mit einem anderen Fahrzeug kollidiert. Ohne sich um den Schaden zu kümmern, fuhr sie davon. Die Polizei hielt die Frau in Teufen an.... »

Autofahrer mit Alkohol im Blut

ST.GALLEN. Am Donnerstagabend sind der Polizei zwei Autofahrer aufgefallen, die mit Alkohol im Blut hinter dem Steuer sassen. Beide mussten ihre Führerscheine auf der Stelle der Polizei aushändigen.... »

Archivsuche

Anzeige
Anzeige
Login

zum Seitenanfang
Montag, 15. März 2010, 19.07 Uhr
© St.Galler Tagblatt – Publikation der TAGBLATT MEDIEN