st. gallen. Vergangenen Freitag feierte der Verein Sequenz am Mühlensteg mit Auftritten mehrerer Electro-Bands seine Taschenbuch-Vernissage im intimeren Kreis. Doch ab heute liegt die fünfte Publikation wieder an ausgesuchten Orten in der Stadt auf; es ist fast selbstverständlich geworden, dass man sie gratis bekommt. Der Verein verschenkt hier aber mittlerweile ein 320 Seiten starkes Büchlein, dessen Herstellung rund 12 Franken kostet. Die Einnahmen aus den Inseraten und das Geld, welches der Verein für den kantonalen Kultur-Förderpreis bekommen hat, wurden dafür investiert.
Herzblut und Idealismus steckt nicht nur in dieser Geste sondern auch im Engagement für eine Publikation, das fern jedes kommerziellen Denkens liegt. Man versteht sich weiter als Plattform für eigenständige Gestaltungen, die auch schräg bis trashig sein dürfen. Rund 60 Prozent der eingereichten Arbeiten hat die siebenköpfige Sequenz-Jury ausgewählt, wobei den Hauptteil wieder Ostschweizer und Exilostschweizer bestreiten. Die Sequenzen der rund 40 Zeichnerinnen und Zeichner zwischen 9 und 60 Jahren sind so vielfältig und unterschiedlich wie ihr Alter, ihre Stile und Themen; entsprechend breit ist das Niveau. Hätte man nur nach Qualitätsansprüchen ausgewählt, wäre das Sequenzbuch Nr. 5 einen Drittel dünner – aber das sei eben nicht die Motivation ihres Vereins, betont Sascha Tittmann einmal mehr: «Wir wollen eine offene Plattform sein, die originelle, ungewohnte Ausdrucksformen fördern will. Es gibt sonst keinen Ort, wo sich viele der hier versammelten Arbeiten noch präsentieren könnten», sagt Tittmann. Die Publikation versteht sich darum auch als ein Mittel zum Austausch von Ideen und als eine Bühne, um Erfahrungen zu sammeln und sich weiterentwickeln zu können.
Eine derartige kontinuierliche Entwicklung ist gerade bei jenen Gestalterinnen und Gestaltern ablesbar, die mittlerweile in mehreren der fünf Veröffentlichungen der letzten fünf Jahre vertreten waren. Die St. Galler Grafikerin Sabina Schütz beispielsweise zeichnete in der vierten Sequenz eine Bildfolge, die eher sachlich-nüchtern einen Bootsbau auf den Philippinen zeigt. Das Segelboot steht in ihrer neuen Arbeit am Anfang einer Serie mit ganz anderen, poetisch Aquarell-artigen Bildern, worin sich in der Landschaft, den Felsen, Büschen und Bäumen Gesichter ablesen lassen. Eine stetige Reduktion und Konzentration in ihren rätselhaften Bildfolgen ist bei der Illustratorin Sabine Schwyter-Küfer zu beobachten, die mit den «Geschichten die das Leben schrieb» zum viertenmal eine Sequenz veröffentlicht.
Gestalterische Originalität und erzählerisches Talent vereinigen sich im neuen Taschenbuch noch häufiger als in den vorangegangenen Heften zu einer beeindruckenden Einheit. Beispielsweise in der atmosphärisch dichten Bildergeschichte einer Katze von Fiona Schär. Oder im nachdenklich-philosophisch und dunkel grundierten Comic «X» von Matthias Noger, der mit zu den herausragenden Arbeiten der fünften Sequenz gezählt werden kann. Ebenso wie Anna Furrers Beitrag, die die Geschichte «Trurls Maschine» von Stanislaw Lem illustriert hat. Sie findet für die groteske wie technikkritische Erzählung eine Bildsprache, die den spöttischen Witz und mahnenden Ernst der Vorlage auch durch die rhythmisierten Formatwechsel geschickt aufnimmt.
Im «klassischen» Comic-Genre hat Flurin Salis (19 Jahre) mit «K-Pax» eine amerikanische Story in schwarz-weisse Panels umgesetzt – seine Maturaarbeit. Zur schrägen, bösen «Klassenfahrt ins Schlaraffenland» von Sascha Tittmann, die sich in gereimten Texten und pastellfarbigen Zeichnungen als bonbonbunt-überdrehte Horrorgeschichte entpuppt, ist es dann freilich ein weiter Weg.
Diese Stil- und Qualitätsunterschiede machen den Reiz der Publikation aus. Sie zeigt einmal mehr auf, welch weites Feld an gestalterischen Möglichkeiten es gibt – und wie reich das Potenzial in der Ostschweiz ist. Das gilt auch für die vom Sequenz-Team gestalteten Inserate im Taschenbuch. Auf den über 300 Seiten finden sich noch manche witzigen Umsetzungen, aber freilich auch weniger überzeugende Beiträge oder ziemlich krude Ideen. Als Leser wird man jedoch bewusst dazu eingeladen, sich seine bevorzugten Sequenzen herauszusuchen, und sich dann vielleicht ebenso mit Bildideen auseinanderzusetzen, die sich womöglich erst auf den zweiten oder dritten Blick erschliessen. Passiert etwas, wenn man es anschaut? – diese Frage habe sich die Jury jeweils gestellt, verrät Sascha Tittmann. Das Sequenz-Taschenbuch sollte also durchaus die eine oder andere Regung beim Leser bewirken.
Um Inhalte kommentieren zu können, müssen Sie eingeloggt sein.
Noch keinen Zugang? Jetzt kostenlos registrieren!20:44
21:31
17:13
15:28
14:27
13:21
21:24
11:00
08:11
11:51
10:27
21:34
03:48
08:14
03:48
05:48
01:57
01:47
23:04
21:26
RORSCHACH. Am Sonntagabend ist in einer Liegenschaft beim Hafenbahnhof ein Brand ausgebrochen. Zwei Personen mussten in Spitalpflege gebracht werden. Die Brandursache ist noch unklar.... »
TROGEN. Am Freitag ist eine Motorradfahrerin bei Ratholz auf die Gegenfahrbahn geraten und frontal in einen Lastwagen geprallt. Dabei verletzte sich die Frau.... »
WALDSTATT. Am Samstag ist in ein Einfamilienhaus eingebrochen worden. Es entstand Sachschaden von rund 1'000 Franken.... »
HEIDEN. Bei einer Frontalkollision sind zwei Autofahrer verletzt worden. Es entstand Sachschaden von rund 10'000 Franken.... »
ST.GALLEN. Am frühen Sonntagmorgen ist ein Autofahrer auf dem Inneren Hofgässlein aus einem Parkplatz gefahren. Dabei touchierte er ein parkiertes Auto. Er fuhr weiter, ohne sich um den Schaden zu kümmern.... »
GÜTTINGEN. Ein 62-jähriger Velofahrer hat sich am Sonntag bei einem Sturz schwere Kopfverletzungen zugezogen. ... »
BISCHOFSZELL. Die Kantonspolizei Thurgau hat am Sonntag einen alkoholisierten Autolenker gestoppt, der teilweise auf der Gegenfahrbahn unterwegs war. ... »
DAVOS. Am Samstagnachmittag hat sich auf der Flüelapassstrasse zwischen Flüela Hospiz und Davos-Dorf bei Tschuggen ein Verkehrsunfall zwischen zwei Autos ereignet. Vier Personen wurden verletzt.... »
SCHLATTINGEN. Unbekannte haben in der Nacht auf Samstag in Schlattingen das alte und das neue Schulhaus mit über zweihundert Eiern beworfen. Die Polizei sucht Zeugen.... »
WIL. Am Samstagabend sind bei einer Frontalkollision auf der Georg-Renner-Strasse drei Personen verletzt worden. Wegen des Unfalles kam es zu grösseren Verkehrsbehinderungen. ... »
MUOLEN. Ein 51-jähriger Velofahrer ist am Samstagnachmittag bei der Kollision mit einem Auto verletzt worden. Er musste ins Spital gebracht werden.... »
MELS. Am Freitagabend ist ein führerloser landwirtschaftlicher Transporter gegen ein Haus an der Valeirisstrasse geprallt. Verletzt wurde niemand. Sowohl am Fahrzeug als auch am Haus entstand hoher Sachschaden.... »
ST.GALLEN. Die St.Galler Stadtpolizei hat in den letzten zehn Tagen die Drogenszene intensiv kontrolliert. Der Grund: In den vergangenen Wochen habe das Dealen in der Innenstadt zugenommen.... »