Washington. Nuklearexperten wie David Albright vom «Institut for Science and International Security» erkennen darin die entscheidende Vorstufe der 90-Prozent-Anreicherung, die für den Bau von Atomwaffen benötigt wird. «Die letzten beiden Stufen sind leicht», urteilt Albright in der «Washington Post».
Iran habe die wissenschaftlichen, technischen und industriellen Kapazität, genügend Uran anzureichern, um eine Atombombe zu bauen.
«Die zentrale Frage ist, ob Iran sich politisch entscheidet, diesen Weg einzuschlagen», sagte Dennis C. Blair, Nationaler Geheimdienstdirektor vergangene Woche in einer Kongressanhörung. Denkbar sind auch zwei andere Motive des massiv unter Druck stehenden Ahmadinejad. Gegenüber der eigenen Bevölkerung könnte er am Jahrestag der islamischen Revolution Stärke demonstrieren wollen. Oder Irans Präsident versucht, den Preis für ein späteres Einlenken nach oben zu schrauben.
Mit Ausnahme der üblichen Verdächtigen aus dem neokonservativen Lager lässt sich in Washington dennoch wenig Neigung zu einem Angriff auf die Nuklearanlagen erkennen. In der Obama-Regierung scheint sich vielmehr die Erkenntnis durchzusetzen, dass die grösste Hoffnung für einen Durchbruch in einer Kombination aus gezielten Sanktionen gegen die iranische Führung und der Destabilisierung des ohnehin schon angeschlagenen Regimes im Inneren besteht.
Dazu könnte auch eine Anklage gegen Präsident Ahmadinejad und seine Regierung beim Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag beitragen.
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