Auslöser des Unglücks waren Lawinen, welche unter anderem die Ausgänge des Salang-Tunnels verschütteten. Mindestens 24 Leichen wurden nach Angaben des Innenministeriums bisher geborgen, 40 weitere Tote wurden befürchtet. Augenzeugen zufolge erfroren Menschen oder erstickten an Autoabgasen in dem Gebirgstunnel im Norden des Landes.
Der Chef des afghanischen Katastrophenzentrums, Abdul Matin Edraak, sprach von 200 Autos und Lastwagen, die im Tunnel festsässen. Die Strasse sei von meterhohem Schnee bedeckt. Es werde mindestens zwei Tage dauern, bis der Pass wieder für den Verkehr freigegeben werden könne.
Ein starker Schneesturm behindere das Vorankommen der Rettungskräfte, ergänzt der Polizeichef der nordafghanischen Provinz Baghlan, Kabir Adarabi.
Vor Ort spielten sich dramatische Szenen ab. Helfer zogen gefrorene Leichen aus Autos. Mindestens ein Bus und mehrere Autos stürzten in eine tiefe Felsschlucht. Nach tagelangen, schweren Schneefällen waren etwa 17 Lawinen abgegangen.
Der 2,6 Kilometer lange Salang-Tunnel ist die Hauptverbindungsstrasse zwischen Kabul und dem Norden des Landes. Der von sowjetischen Experten gebaute Tunnel liegt in 3400 Meter Höhe im Hindukusch, entsprechend kalt kann es werden.
Auf der Passstrasse stauten sich Fahrzeuge über mehrere Kilometer, viele Insassen mussten die Nacht in der Kälte verbringen. Wer aus dem Auto rauskam, lief zu Fuss, während Soldaten verletzte und alte Menschen huckepack zu wartenden Krankenwagen trugen.
600 Soldaten und Polizisten waren nach Angaben des Verteidigungsministeriums zu Hilfe geeilt, 1500 Menschen konnten gerettet werden. (sda/rtd)
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