Tagblatt Online, 31. August 2012 09:37:00
Twitter eifert Facebook nach
Twitter: 350 Interessenkategorien zur Auswahl. (Bild: zvg/Montage)
Der Microblogging-Dienst will Werbekunden helfen, Anzeigen mit deutlich geringeren Streuverlusten zu schalten. Unterdessen ist das weltgrösste soziale Netzwerk schon einen Schritt weiter.
Twitter will es Werbekunden erleichtern, den 140 Millionen monatlich aktiven Nutzern des Microblogging-Dienstes passgenaue Reklame anzeigen zu lassen. Wie Produktmanager Kevin Weil im Blog des Unternehmens mitteilte , kann sich etwa die Placierung von Promoted Tweets nun an den Nutzerinteressen orientieren. Für letztgenannte stehen 350 Kategorien wie Comedy und Horrorfilme zur Auswahl. Twitter will es den Werbekunden nicht ermöglichen, die Inhalte von Nutzertweets auszulesen.
Der Microblogging-Dienst orientiert sich bei der Neuerung an Facebook. Das grösste soziale Netzwerk hat nicht nur deutlich mehr Mitglieder, es bietet seinen Werbekunden auch seit Jahren die Möglichkeit, Werbung zu präsentieren, die auf Nutzerinteressen zugeschnitten ist. Dabei kommt dem Unternehmen entgegen, dass viele Mitglieder bereits in ihren Profilen eine Vielzahl an Daten hinterlegen, was bei Twitter nicht möglich ist.
Unterdessen berichtet TechCrunch.com von Facebook-Plänen, die mehrere Schritte weiter gehen sollen. Das soziale Netzwerk soll beispielsweise einem Buchladen, dessen Kunden dort ihre E-Mail-Adressen und Telefonnummern hinterlegt haben, die Möglichkeit geben wollen, diese Daten mit Facebook-Profilen zu verknüpfen. So will man neue Werbekunden für Facebook-Anzeigen gewinnen. Die Daten sollen dabei verschlüsselt ausgetauscht werden. Beginnen sollen entsprechende Tests nächste Woche. Es bleibt abzuwarten, was Datenschützer dazu sagen – wenn der Dienst in finaler Version angeboten wird.
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